Nov 11, 2019

DevOps Enterprise Summit 2019

von Michael Rohleder (Bereichsleiter bei QAware)

Die IT-Transformation in Richtung DevOps beschäftigt aktuell sehr viele Unternehmen der Welt, unter anderem auch unsere Kunden BMW, Deutsche Telekom und Allianz. Grund genug also auf dem Enterprise DevOps Summit zu sehen, welche Trends die DevOps-Community beschäftigen und wie es den Unternehmen bei Ihrer Transformation geht. Gastgeber der Konferenz ist Gene Kim, Gründer von IT Revolution. Er ist bekannt als Autor von einigen erfolgreichen Büchern, z.B. The Phoenix Project, The DevOps Handbook und Accelerate. Brandneu erschienen ist sein Buch The Unicorn Project, welches auf der Konferenz heftig umworben wurde - so wie man das eben aus den USA kennt.

Dieser Artikel liefert eine Zusammenfassung meiner persönlichen Eindrücke zum Besuch des DevOps Enterprise Summits in Las Vegas und liefert Links zu Vorträgen und weiterführenden Inhalten.


Erfahrungsberichte


Die drei Tage der Konferenz waren geprägt von vielen anschaulichen und beeindruckenden Erfahrungsberichten von IT-Initiativen großer Unternehmen. So zeigte CSG wie sie in mehreren Jahren ihre veraltete Mainframe IT-Landschaft modernisiert und mit DevOps-Praktiken fit für die Zukunft gemacht haben. Walmart zeigte, wie sie ihren so kritischen und schwierigen Anwendungsfall zur Prüfung der Artikelverfügbarkeit in ihrer breiten Systemlandschaft umsetzen konnten. Grundlage war eine Umstellung ihrer synchron-orientierten Message-Architektur auf eine event-orientierte Message-Architektur. Viele weitere Initiativen wurden von Führungskräften der Unternehmen vorgestellt, z.B. von Adidas, John Deere, Optum, uvm.

Besonders gefreut hat mich der Vortrag unseres Kunden BMW. Ralf Waltram und Frank Ramsak stellten Ihre 100% Agile Journey bei BMW vor. Wunderbar zu sehen, wie sich unser Kunde in der IT weiterentwickelt. Ich hatte zudem den Eindruck, dass auch die Zuhörerschaft sehr beeindruckt von der Story war.


Psychological Safety


Der Erfolg der Unternehmen hängt immer maßgeblicher davon ab, wie sicher und wohl sich die Mitarbeiter im Unternehmen fühlen. Das wurde in vielen Vorträgen, aber auch Podiumsdiskussionen von Führungskräften untermauert. „Psychological Safety“ ist der Begriff, der in der Community schon länger als Erfolgsfaktor genannt wird. Nicht verwunderlich, dass der Begriff auch im neuen Buch von Gene Kim “The Unicorn Project” ein Thema ist. In diesem spricht er von “The Five Ideals”:
  • The First Ideal - Locality and Simplicity
  • The Second Ideal - Focus, Flow, and Joy
  • The Third Ideal - Improvement of Daily Work
  • The Fourth Ideal - Psychological Safety
  • The Fifth Ideal - Customer Focus

Auch Deloitte wirbt mit dem Slogan „better value sooner safer happier“ von Jonathan Smart, der in seinem Vortrag Risk and Control is Dead, Long Live Risk and Control eindrucksvoll erklärte, wie wichtig „Psychological Safety“ ist, um angemessen mit Risiken im Unternehmen umzugehen.


Produktivität


Der Accelerate State of DevOps Report repräsentiert die Forschungsergebnisse und Daten von mehr als 31.000 Umfrage-Teilnehmern weltweit. Er zeigt welche DevOps-Praktiken und Methoden zu mehr Software-Delivery- und Operational-Performance (SDO) führen. Dr. Nicole Forsgren, verantwortlich für den DevOps-Report, stellte die neuen Ergebnisse und Erkenntnisse auf dem Summit vor und zeigte was “DevOps Elite Performers” von “Low Performers” unterscheidet. Grundlage dafür sind genau vier Metriken “lead time”, “deployment frequency”, “mean time to restore (MTTR)” und “change fail percentage”. Thoughtworks hat diese vier Metriken auf ihrem Technologie Radar im April diesen Jahres von “Trial” auf “Adopt” gestellt, was einer Empfehlung zum Einsatz dieser Technik entspricht. Genauere Informationen zu den Ergebnissen des DevOps-Reports und zum wissenschaftlichen Vorgehen erläutert das Buch Accelerate. Den State of DevOps Report findet man bei Google, dort sind auch hilfreiche Beschreibungen zu DevOps-Praktiken und Methoden hinterlegt, die der Community bei der Umsetzung von DevOps in Ihrem Unternehmen helfen sollen.

Ein weiteres Finding auf der Konferenz ist für mich die Open Practice Library, die eine Sammlung von aktuellen DevOps-Tools und -Praktiken enthält, die durch die Community selbst entstehen.


“Project to Product” Bewegung


Die Umstellung der IT-Organisation von projektorientiertem Vorgehen hin zur Produktorientierung ist ein immer mehr gehörter Baustein in der IT-Transformation vieler Unternehmen. Hierzu gab es neben den Erfahrungsberichten der Unternehmen auch spannende Vorträge. Mik Kersten stellte in seinem Vortrag Project to Product sein Konzept des Flow Framework™ vor. Ein neuer Ansatz, der es Unternehmen ermöglichen soll, den “Flow of business value” im Software-Entstehungsprozess auf eine Weise zu messen, die sowohl IT als auch der Fachbereich verstehen soll. Weiterführende Informationen dazu gibt es in seinem Buch Project to Product.

Dominica DeGrandis versuchte Hilfestellung bei folgender Frage zu geben: “Do You Have the Right Teams to Manage Work by Product?”. Dabei zeigte sie auf, weshalb es “Full Stack Teams” braucht und keine “Full Stack Engineers”, welche neue Rollen man bei der Produktorientierung berücksichtigen sollte und wie man mit dem Team-Skillset umgeht.

Dominica ist auch bekannt als Autorin des Buchs Making Work Visible, in dem sie fünf Zeitdiebe in der Softwareentwicklung aufzeigt und erklärt, wie man sie abstellen kann.


Die Folien und Video-Aufzeichnungen zum DevOps Enterprise Summit sind erfreulicherweise öffentlich gestellt:


Interessante und spannende drei Tage in den USA, auf denen man den Spirit und den enormen Fortschritt der DevOps-Bewegung bei den Vorträgen und Podiumsdiskussionen und auch bei den Gesprächen mit anderen Teilnehmern spüren konnte. Zum Abschluss gab es auch noch ein schönes Mitbringsel nach Deutschland: eine erste Ausgabe des Buchs “The Unicorn Project” als Geschenk vom Gastgeber und Autor Gene Kim mit persönlicher Widmung. Vielen Dank!


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